Wie meine Studioalbum-Bandkarten entstanden sind
Während des Lockdowns entstanden meine Musikkarten. Damals träumte ich von unmöglichen Reisen. Wie viele von uns saß ich zu Hause fest und stellte mir Orte vor, die ich nicht besuchen konnte.
Aber für mich waren das nicht nur physische Orte; ich begann über abstrakte Räume nachzudenken, über die Art von Karten, die uns nicht durch Städte, sondern durch Ideen, Geschichten und kulturelle Vermächtnisse führen.
Da begann ich, mit dem Konzept zu spielen, U-Bahn-Pläne zu verwenden, um etwas ganz anderes zu navigieren: Musik. Bands haben mich schon immer fasziniert, besonders die Art und Weise, wie sie sich über ihre Studioalben hinweg entwickeln, wie Mitglieder kommen und gehen und wie Kollaborationen entstehen und sich auflösen.
Einige dieser Künstler hatte ich in meinen Jahren in der Live-Musikindustrie aus nächster Nähe gesehen, und ich wusste, dass ihre Geschichten nicht linear waren. Sie waren weitläufig, miteinander verbunden, chaotisch – genau die Art von Dingen, die eine gut strukturierte Bandkarte verständlich machen könnte.
Vom Touring Sound zum Music Mapping
Meine Reise in die Musikindustrie begann von Grund auf, buchstäblich. Ich begann als Bodenkehrer in einem Lager einer Touring-Sound-Firma und arbeitete mich schließlich bis zum Showdesign für Firmenkunden und alles dazwischen hoch.
Mit der Zeit entwickelte ich ein Talent für den Umgang mit komplexen Daten: das Verfolgen von Crew-Logistik, Ausrüstung und technischen Setups sowie das Entwerfen immersiver Räume in 2D, 3D und im realen Leben.
Als die Live-Musikwelt 2020 zum Stillstand kam, brauchte ich ein neues kreatives Ventil, etwas, das meine Liebe zur Musik mit meinem technischen Fachwissen im Abbilden komplexer Systeme vereinen würde. Da begann ich, meine erste Studioalbum-Diskografie-Karte zu entwerfen, und ich wusste genau, mit welcher Band ich anfangen sollte: The Fall.

Die chaotischen Studioalben von The Fall kartieren
Wenn es je eine Band gab, die die Idee des ständigen Wandels verkörperte, dann war es The Fall. Mark E. Smiths legendäre Post-Punk-Formation hatte eine wechselnde Besetzung, die Spinal Taps Schlagzeuger-Situation stabil erscheinen ließ. Musiker kamen und gingen und hinterließen eine verwirrende, aber brillante Diskografie, die mehr als 30 Studioalben umfasste.
Der Versuch, ihre Geschichte zu zeichnen, war wie der Kampf mit einem lebenden Organismus, der sich jedes Mal verschob, wenn ich dachte, ich hätte ihn im Griff. Es dauerte 15 Versionen, bis ich endlich eine funktionierende Struktur fand, die jedes Album als Station und jedes wiederkehrende Bandmitglied als Transitlinie darstellte. Das Ergebnis erfasste visuell die verworrene, unvorhersehbare Natur der Karriere von The Fall.
Von The Fall zu Bowie und The Who
Als ich die Formel geknackt hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. David Bowies Studioalbum-Diskografie-Karte war eine ganz andere Reise; seine sich wandelnden Persönlichkeiten und sein sich entwickelnder Sound ergaben ein faszinierendes musikalisches Transportsystem. The Who mit ihren Rockopern und Besetzungswechseln stellten eine weitere Herausforderung dar, da ihre Musik so theatralisch und konzeptuell war, wie eine Karte nur sein konnte.

Ende 2023 nahm alles eine unerwartete Wendung, und ich erhielt Aufträge. Fans und Familienmitglieder von den Levellers und Dire Straits wollten ihre Lieblingsbands im gleichen detaillierten Stil kartiert sehen. Plötzlich hatte mein Lockdown-Projekt ein Eigenleben entwickelt, das sich wie die Musiker, die ich dokumentierte, entwickelte.
Warum Underground-Musikkarten?
Im Kern geht es bei diesem Projekt um Geschichtenerzählen. Die Reise einer Band durch ihre Studioalben ist nicht nur eine Liste von Veröffentlichungen, sondern eine Erzählung von Kollaborationen, Abgängen, Neuerfindungen und Meilensteinen. Indem sie es im Stil eines Transitsystems visualisieren, helfen diese Bandkarten den Fans, die Karrieren ihrer Lieblingskünstler auf eine völlig neue Weise zu navigieren.
Genau wie ein echter U-Bahn-Plan, bei dem Stationen Zeitpunkte und Linien Verbindungen darstellen, zeigen diese Musikkarten, wie sich Musiker kreuzen, trennen und in verschiedenen Projekten wiedervereinigen. Einige gehen solo, andere kehren zurück, und Gastkünstler erscheinen als kurze, aber wichtige Stationen auf dem Weg.
Die Zukunft des Music Mapping
Was als persönliches Lockdown-Projekt begann, entwickelte sich zu einer umfassenderen Erkundung von Studioalbum-Diskografien und Bandgeschichten. Mit immer mehr Anfragen und neuen Bands zum Kartieren ist die Reise noch lange nicht vorbei.
Ob Punk-Legenden, Folk-Rock-Ikonen oder Classic-Rock-Pioniere, es gibt immer eine weitere Bandkarte, die gezeichnet werden will, eine weitere unterirdische Reise durch die Musikgeschichte.

