Als ich die Linien von The Smiths auf meinen Karten einzeichnete, war die Geschichte von Morrissey vs. Marr diejenige, zu der ich immer wieder zurückkehrte. Zwei Männer schrieben gemeinsam einige der wichtigsten britischen Musikstücke der 1980er Jahre, trennten sich dann 1987 und schlugen erstaunlich unterschiedliche Wege ein. Morrisseys Linie führt zu introspektiver Lyrik und Soloalben, die die Charts anführten; Marrs verzweigt sich über Band um Band und Genre um Genre. Die Gegenüberstellung beider Karrieren ist der klarste Weg, den ich gefunden habe, um zu zeigen, wie weit diese beiden Wege auseinandergingen.
Morrisseys Soloarbeiten waren kommerziell dominanter, mit britischen Nummer-eins-Alben wie Viva Hate (1988) und dauerhaften Singles wie „Suedehead“. Marr wurde zu einem der rastlosesten Kollaborateure in der modernen Musik und lieh seine Gitarre einer außergewöhnlichen Vielfalt von Künstlern. Wo Morrissey in der Öffentlichkeit stetig umstrittener wurde, behielt Marr einen „Musik-zuerst“-Ruf und erwarb dauerhaften Respekt für seine kreative Beständigkeit.
Morrisseys Solo-Reise: Von Viva Hate zu I Am Not a Dog on a Chain
Morrissey startete seine Solokarriere 1988 mit Viva Hate, das auf Platz eins der britischen Charts einstieg. Das Album, Heimat von „Suedehead“ und „Everyday Is Like Sunday“, gab den Ton für alles Folgende vor: tiefgründiges, introspektives Schreiben, das sich nicht scheute, Identität, Verlust und soziale Unbehagen zu thematisieren.
In den 1990er Jahren veröffentlichte er von Kritikern gefeierte Alben wie Your Arsenal (1992) und Vauxhall and I (1994), letzteres immer noch mein Favorit unter seinen Soloalben wegen seiner emotionalen Songtexte und Tracks wie „The More You Ignore Me, the Closer I Get“. In den 2000er Jahren kehrte er mit You Are the Quarry (2004) und der Hymne „Irish Blood, English Heart“ zurück und setzte den lyrischen Faden mit World Peace Is None of Your Business (2014) und I Am Not a Dog on a Chain (2020) fort. Der kommerzielle Erfolg war real, auch wenn die kritische Rezeption mal heiß, mal kalt ausfiel.
Johnny Marrs vielfältiger musikalischer Weg
Johnny Marrs Karriere nach The Smiths begann mit Electronic, der Supergroup, die er mit Bernard Sumner von New Order gründete und mit der er Electronic (1991) und Raise the Pressure (1996) veröffentlichte. Von dort verzweigt sich seine Linie immer weiter: vollständige Mitgliedschaft bei The The, ein transatlantischer Wechsel zu Modest Mouse für We Were Dead Before the Ship Even Sank (2007) und eine Zeit bei The Cribs. Nur wenige Gitarristen haben sich über so viele verschiedene Projekte verteilt.
Seine Solokarriere begann mit The Messenger (2013), gefolgt von Playland (2014), Call the Comet (2018) und Fever Dreams Pts 1-4 (2022), die alle für ihre Mischung aus Rock, Synthie und Pop positiv bewertet wurden. Daneben arbeitete er als Sessionmusiker mit den Pet Shop Boys, Talking Heads und Hans Zimmer zusammen, einschließlich des Soundtracks zu Amazing Spider-Man 2. Seine Chartplatzierungen erreichten nie die von Morrissey, aber sein Einfluss auf das moderne Gitarrenspiel ist kaum zu überschätzen.
Morrissey vs. Marr – Vergleichshighlights
- Stil und Entwicklung: Morrissey vertiefte sich in melancholische, lyrische Tiefe, während Marr mit verschiedenen Genres und Klängen experimentierte.
- Kommerzieller Erfolg: Morrissey hatte mehr Nummer-eins-Alben, während Marr seinen Erfolg durch Zusammenarbeit und Neuerfindung fand.
- Kritischer Erfolg und Einfluss: beide sind zutiefst einflussreich, Morrissey unter Lyrikern, Marr unter Gitarristen.
- Öffentliches Image: Morrisseys unverblümte Ansichten beherrschten oft die Schlagzeilen, während Marr den Fokus auf die Musik legte.
Die Spaltung visualisieren: The Smiths und darüber hinaus
Genau diese Art von Geschichte erzählt ein Liniennetzplan besser als jeder Absatz. Auf meiner Smiths-Karte kann man sehen, wie sich die einzelne gemeinsame Linie der Band bei der Spaltung 1987 in zwei Teile teilt und dann jeder seine eigene Route durch die folgenden Jahrzehnte nimmt.
Fazit: Morrissey vs. Marr
Für mich läuft der Vergleich Morrissey vs. Marr auf zwei gegensätzliche Instinkte hinaus. Morrissey wandte sich nach innen, schürfte Introspektion und Charterfolg aus einer einzigen unverkennbaren Stimme; Marr wandte sich nach außen und baute eine Karriere auf Zusammenarbeit und rastloser Neuerfindung auf. Gemeinsam bildeten sie eine der wichtigsten britischen Bands. Getrennt haben sie fast vierzig Jahre lang gezeigt, wie unterschiedlich zwei Hälften derselben Partnerschaft altern können. Sie können beide Reisen, Station für Station, auf meiner Morrissey-Diskografiekarte und meiner Johnny Marr and The Smiths-Karte verfolgen.





1 Kommentar
Marr can’t sing or write lyrics whilst Morrissey can’t play guitar or write tunes. Oh well enough said.